Beim Passungen drehen kommt es darauf an, die Position des Querschlittens möglichst genau zu kennen. Der Skalenring zeigt bei vielen Maschinen nur Werte von 0,05 mm an. Mit einem Digital-Maßstab bekommt man eine Anzeige auf 0,01 mm, was im Durchmesser 0,02 mm entspricht. Zwischenwerte sind nicht erkennbar.
Bei der guten alten Messuhr entspricht zwar ein Teilstrich auch 0,01 mm, aber die Zwischenwerte lassen sich an der Stellung des Zeigers zwischen den Strichen relativ genau erkennen. Nun geht es darum, die Messuhr auf geeignete Weise an der Maschine zu befestigen. Eine Möglichkeit ist ein Mess-Stativ, das aber doch ziemlich weit in den Arbeitsraum hinein ragt und wenn man mal dagegen stößt, ist es mit der Genauigkeit vorbei.
Mit der folgenden Konstruktion habe ich Genauigkeiten besser als 0,01 mm (im Durchmesser) erreicht:
In ein Stück Vierkantstahl 10x10 mm wird ein Gewinde M5 gebohrt. Mit Hilfe dieses Gewindes, einer Imbus-Schraube M5 und einem Klemmstück aus Aluminium oder Messing wird die Messuhr befestigt. Der Vierkantstahl wird dann mit zwei Supermagneten 20x10x5 auf den Bettschlitten gesetzt. Nun muss man nur noch die Messuhr möglichst exakt in Richtung des Querschlittens ausrichten. 1° Schiefstellung bringt einen Fehler von 0,02%, ist also noch nicht schlimm. Dass man kurz vor Erreichen des Sollmaßes mit der Bügelmessschraube den Istwert ermittelt und beim Zustellen berücksichtigt, dass man den Messuhr-Wert mit 2 multiplizieren muss, um die Durchmesser-Änderung zu bekommen, ist eigentlich selbstverständlich.
 | | Anbringen der Messuhr an der Drehmaschine |
|